Adieu Vorsätze

Sich vorzustellen schwanger zu sein und ein Kind zu bekommen ist eine Seite der Geschichte. Ein Kind zu bekommen und den Babyalltag zu meistern, ist eine gänzlich andere Seite. Als sich unsere Tochter ankündigte, tauchten alsbald Fragen und auch Ängste auf, an die ich zuvor niemals gedacht hätte. Ich habe mir vor der Schwangerschaft alles einfacher vorgestellt, aber wie ich zugeben muss nicht halb so schön. Jetzt, wo die kleine Maus ein Jahr und ein paar Tage alt ist, denke ich gerne an die Vergangenheit zurück und muss sagen, dass ich jeden Moment durchaus genossen habe und meinen Engel um nichts auf der Welt eintauschen würde.

franzDass man seine eigenen Idealvorstellungen in Verbindung mit einem Baby nicht immer durchsetzen kann, wurde mir schnell klar, denn unsere Tochter bringt mir immer noch bei, dass Wunschdenken und Realität oftmals zwei verschiedene Welten sind. So war für mich beispielsweise von Anfang an klar, dass wir unbedingt ein Babyphone brauchen. Denn unser Nachwuchs sollte früh lernen,l in seinem Zimmer und im eigenen Bett zu schlafen. Aus den geplanten paar Wochen, wo unsere Tochter selig in einem Beistellbettchen bei uns schlummerte, wurden schnell Monaten und aus den Monaten fast ein Jahr. Ich konnte mich im Nachhinein einfach nicht dazu überwinden, sie in ihrem Zimmer schlafen zu lassen. Zum Schluss war ich diejenige, wo sich nicht trennen konnte und dabei waren meine Prinzipien am Anfang noch so eisern. Zumindest schlief unser Mädchen in ihrem eigenen Bett. Als der erste Geburtstag nur noch knapp sechs Wochen entfernt war, riss ich mich endlich zusammen und brachte Mia jeden Abend in ihr Zimmer, wo sie – wie durch ein Wunder – ebenso friedlich schlummerte wie bei uns im Schlafzimmer.
Nun gut, ich muss auch sagen, fremd war ihr das eigene Bett im Kinderzimmer nicht, denn zum Mittagschlaf legte ich sie schon fast von Geburt an dort hinein. Endlich konnte nun auch das Babyphone von Nuk zum Einsatz kommen, doch lange sollte es nicht gut gehen.

Am Babyphone lag es jedoch nicht. Hier waren wir bzw. sind wir voll zufrieden. Das Problem lag eher an der Fußball Weltmeisterschaft 2014. Als unsere Elf den Sieg heimholte (es sei ihr ja vergönnt) brach in unsere Nachbarschaft die Hölle los: Böller, Raketen und Krach wie an Silvester wurde veranstaltet. Unser Baby erschreckte sich so sehr, dass es seit dem nicht mehr in ihrem Kinderzimmer, sondern bei uns und jetzt auch noch mit im Ehebett schläft. So viel zu meinen “guten Vorsätzen” :-)

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